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Entschuldigung

Ich will, daß du dich bei mir entschuldigst. Ich will daß du weißt, daß du vieles falschgemacht hast. Ich will, daß es dir leidtut. Daß du es bereust. Daß du mich um Entschuldigung bittest.

Dafür brauchst du viel. Selbstreflektion. Selbst-in-Frage-Stellen. Den Mut, dir nach außen hin deine Fehler einzugestehen. Den Mut, zum ersten Mal in deinem Leben mit einer Bitte an mich heranzutreten. Die Hoffnung auf Verzeihung. 

Nichts davon hast du. Ich werde deine Entschuldigung niemals hören. Ich könnte genauso gut einen anderen Menschen bitten, mein Vater zu sein.

12.3.11 03:02


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Suizidphantasie

Meine Suizidphantasie war, im Sterben das Äußerste zu erleben. Ich wollte mein letztes Geld zusammenkratzen und alle emotionalen Verbindungen zu Menschen, die mir nahe stehen, zerstören. Etwa indem ich ihnen erzähle, ich hätte einen anderen gefunden, ich wäre homosexuell, oder indem ich mich einfach nicht mehr meldete, nicht freundlich zu ihnen sei. Solchermaßen befreit wäre ich in ein Land gereist, in dem es Steilküsten gibt. Dort hätte ich mich in einem kleinen Hotel ganz in der Nähe einer Steilküste eingemietet, wäre einen oder ein paar Tage spazieren gegangen. Und dann wäre ich eines Tages, es hätte gestürmt und geregnet, es wäre ein richtiges Unwetter gewesen, bei dem niemand auch nur einen Fuß vor die Tür setzen möchte, da wäre ich von der Steilküste hinab gesprungen. Im Stürzen hätte ich es erlebt: Das Gefühl unbegrenzter absoluter Freiheit. Alles wäre von mir abgefallen, alle Ängste, die Zukunftssorgen, meine Gedanken, ich hätte nur noch erlebt. Meine letzten Atemzüge hätte ich in vollkommenem Glück gelebt.

Es hätte den Vorteil gehabt, daß mich niemand gefunden hätte, niemand hätte meine Überreste beseitigen müssen. Ich wäre auf dem Meer begraben gewesen. 

9.9.09 13:56


Wolf

In meiner Kindheit lauert ein Wolf, den ich vergaß, bevor er mich verzehrte. Er nagt und nagt und lauert auf ein Öffnen der Tür zu seinem Verließ. Er will zerfleischen. Ein schreckliches Monster mit glühenden Augen, räudigem Pelz und peststinkendem Atem. Alles an ihm ist böse, vernichtend, nervenschleichendzerätzend. Er will quälen. Er ist von jener Natur.

Paranoia oder wahre Ahnung?

25.8.09 09:55


Grab

Ich stehe an deinem Grab. Warum habe ich dich nicht kennengelernt? Ohne dich hätte es ihn nie gegeben. Ohne dich hätte es ihn nie so gegeben, wie er ist. Ohne dich hätte ich seinen Schmerz nicht gefühlt. Ohne dein Sterben hätte er meinen Trost nicht gebraucht. So lange warst du in seinen Gedanken, jetzt stehe ich hier. Ein Grab, ein Stein mit deinem Namen und deinen Daten, und Flußkiesel, die es bedecken. Er ist traurig und ich bin es auch. Du fehlst.

Ich weiß nicht, was du ihm angetan hast, warum du ihm Schmerz bereitet hast. Er ist so wunderbar. Hoffentlich hast du das gewußt. 

31.5.09 01:18


Wunderbar

An dich zu denken, mich dir zu schenken, dir nah zu sein trotz 1500 Kilometern zwischen uns. Dich zu betrachten, dir ganz zu vertrauen, dich lächeln zu sehen und selbst nicht aufhören zu können, komplett verzückt und entrückt und verträumt von dir zu sein. Deine Liebe läßt mich fliegen, deine Arme schließen sich fast um mich. Du bist so volkommen, so allesumfassend, du! Du Wunderbarer! Du Herzensdieb, du Lieber! Möwen schreien, bei dir fährt ein Laster vorbei. Deine Augen flackern, ich bin bei dir, bin in deinem Leben. Wow!
10.4.09 15:59


Schmerz

Alles bereitet nur Schmerz. Die Erinnerung, die sich immer wieder einschleicht, egal was man tut oder wen man trifft. Der Haß, der sich gegen die und vor allem den richtet, der einem nahe steht und so widerwärtig ist.

Das Wissen, nicht lieben zu können tut weh. Warum sind wir zusammen? Ich kann dir nicht nahe kommen. Ich bin doch nur eine Szene in deiner Seifenoper.

Allein zu sein im Nichts.

 

Wenn ich mich so verletzt hätte, wie ich mich gefühlt habe, dann würde mein Körper heute ganz anders aussehen.

Es muß nur das Blut herauslaufen, dann vergesse ich ob der Schönheit all den Schmerz.

 

Was soll ich mit all den Träumen von Liebe machen, die ich mal hatte? Sie sind als Gefühlsbilder in meiner Erinnerung eingebrannt. Was soll ich noch mit der Illusion einer Idylle? Was soll ich mit dem Wunschdenken nach Treue und Loyalität? Was mit dem hohlen Topos von bedingungslosem Zusammenhalt?

Ich bin so falsch. Und mittendrin im Schmerz.

1.3.09 22:24


Gelernt

Ich nähere mich deinen Konventionen. Ich schlüpfe in die Rolle, die du richtig finden kannst. Das ist soziales Lernen. Ich verstehe, was du willst. Ich trete freiwillig zurück, wo du nichts von mir wissen willst. Ich probiere die Dinge aus, die du als angenehm und Genuß propagierst. Ich will wissen, wie es ist. Und zugleich will ich brav sein und daß du mich magst. Ich will dasselbe tun wie du, nur heftiger, damit du mich bewunderst und überhöhst. Ich spreche deine Sprache, damit ich deine Abneigung nicht spüren muß.

Ich bin allein. Ich werde nie jemanden haben, an den ich mich wenden kann, wenn es mir nur gerade schlecht geht. Ich erkaufe mir deine Zuneigung mit meinem scheinbaren Wohlbefinden. Mein Handeln ist eine taktisch kluge Antwort auf deine Vorgabe.

Das ist nicht alles, denn ich variiere nur meine Oberfläche. Was darunter liegt, bleibt ich, und wenn die Oberfläche ihren Reiz verloren hat, bleibt nur noch ich übrig und alles andere fällt von mir ab. Und wenn es bedeutet, daß du von mir abfällst, so verlieren wir uns vielleicht für immer.

Deine Konventionen tragen nicht weiter als die Konventionen all der anderen. Du hältst dich für speziell, weil du nicht glaubst, Konventionen zu folgen, aber du kannst dich auch nur von innen sehen. Ich kann eine andere sein. Aber im Endeffekt bleibe ich immer eine Löwin, die alleine jagt.

14.1.09 21:54


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