Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

http://myblog.de/evilblack

Gratis bloggen bei
myblog.de





Widmung

Ich bin ich,

nicht bin ich du,

nicht willst du wissen, was ich tu,

noch zeigen wer du bist.

Gut! So sei es!

Drum kümmre dich um dich,

vertrau mir nicht,

und pflege deine Leben.

Geliebt, gelacht, so ist das eben.

21.11.08 18:15


Werbung


Treffen

Deine Worte sollen mich treffen. Bis ins Innerste sollen sie eine flammende Spur ziehen. Ich warte. Ich suche. Da ist nichts. Nein. Leere. Ich will Liebe fühlen können. Liebe von dir. Meine Liebe zu dir. Da ist nichts in meinem Körper. Nur der Kopf will sich nicht von dir trennen und irgendwas Vergrabenes in meiner Seele ist da noch.

Wer bist du? Was soll ich mit dir? Ich will Single sein. Du bist mir fremd, ich spiele doch nicht mit. Du gehörst in eine andere Welt, in die normale Welt da draußen. Ich will mir nicht immer diese Sorgen machen, will nicht, daß diese Gedanken mich quälen. Warum weichst du meinem Blick aus? Du bist nicht treu, ich weiß es. Du bist etwas anderes als du mir vorspielst. Ich kann dir nicht vertrauen, weil du mich betrügen wirst, wenn du es nicht schon längst getan hast. Du hast etwas besseres verdient als mich. Da draußen gibt es bestimmt viele andere, die so sind wie du. Neu. Spannend. Leichtlebig. Das paßt nicht zu mir. Ich will nicht, daß du mir nahe kommst.

 

29.10.08 22:42


Zwang

Zwang Zwang Zwang. Immer dieser Zwang. Nicht zu laut lachen, nicht zu viel toben, nur reden, wenn man angesprochen wird, auf keinen Fall kreischen, dann hatte man gleich eine sitzen. Dem Vater Rechenschaft über die Schulnoten ablegen, immer pünktlich sein, nicht weinen, niemals. Keinen Widerstand leisten, immer folgsam sein, die Mutter fragen, ob man ihr etwas helfen könne, schnell kommen, wenn man gerufen wird, alles akzeptieren, was einem vorgesetzt wird. Essen essen, das nicht schmeckt und wissen, wie man richtig handelt, alle Leute grüßen und auf keinen Fall schüchtern sein. In der Schule das Maul aufmachen, nicht zu viele Comixs und Enid Blyton lesen, nicht pubertieren, keine Frau sein.
11.10.08 11:29


Mutter

Sie spricht von Selbstmord. Macht Andeutungen.

Sie redet von Krebs und von ihrer Mutter, die daran gestorben ist. Sie sagt, sie will mir keine Angst machen, sie sagt, manchmal überspringt es eine Generation. Sie sagt und trifft mich, ich breche in Tränen aus, umarme sie, sie steht vor mir und ich drücke mein Gesicht an ihren warmen Bauch. Ich habe sie nie zuvor umarmt und dies noch nie gefühlt, es fühlt sich fremd an und tut weh zugleich, weil sie meine Seele quält. Obwohl sie so weich ist.

Ich bin schon längst flügge geworden, vielleicht 20 oder 21 Jahre alt.


Wir sind allesamt im Museum. Ich sehe mir die Ausstellung an und fühle mich wohl. Meine Eltern betreten den Saal, meine Mutter zuerst, sie sieht mich, geht auf mich zu und zischt mir ins Ohr, was mir einfallen würde, mich selbständig zu machen, der Vater würde mit ihr schimpfen, wo ich sei. Sie zischt richtig, es ätzt an meinen Gehörnerven und allem, was darunterliegt. Ich bin schon lange volljährig, vielleicht 23.

7.10.

11.10.08 11:26


Vater

Sein Ausbruch kommt wie immer völlig unerwartet. Von einem Moment auf den anderen kommt die Attacke. Gerade saß er noch ruhig am Tisch, da bricht es aus ihm heraus. Plötzlich schreit er, ich hätte überhaupt kein Verantwortungsgefühl. Ich weiß bis heute nicht, was er damit meinte. Ich weiß nicht mehr, was ich entgegnete, aber die Situation eskalierte. Irgendwie kam er so nah an mich heran, daß er mich ohrfeigen konnte. Ich war 17 Jahre alt. Ich hatte genug von seinen Ohrfeigen. Kein Mensch hatte nun mehr das Recht, mich so zu behandeln! Keiner! Nicht mehr in dem Alter. Ich schlug zurück. Er schlug mir seine Faust ans Kinn. Ich merkte den Schlag rein physisch noch viele Tage später. Irgendwie gelang es ihm, mich in den Schwitzkasten zu nehmen und nach unten zu drücken. Ich zielte auf seinen Schritt.

Ich merkte, wie sein Blick den meiner Mutter traf. Sie war auch in der Küche. Ebenso mein älterer Bruder. Keiner sagte etwas. Aber er ließ mich los.

Was wäre passiert, wenn meine Mutter nicht dagewesen wäre? Mit dem Griff kann man jemandem leicht das Genick brechen, es braucht nur eine winzige Bewegung. Wollte er mich töten? Er war lang genug beim Bund gewesen, um das zu wissen. Hätte er mich getötet?

Ich war siebzehn Jahre alt und es war der Geburtstag meiner Mutter.

7.10.

11.10.08 11:24


Zweigeteilt

Ja, ich will mich fallen lassen. Einfach immer weiter in das Nichts. Ich will mich vom Strudel erfassen lassen, der mich immer weiter von der Dreidimensionalität entfernt, dahin wo blutrote Funken glitzern und das Wesen durch seine Haut atmet, dahin wo ich sicher und allein und in Ruhe bin. Ich will dahin, wo andere für mich da sind, sich um mich kümmern, wo ich nicht entscheiden, nicht handeln, nicht denken muß, dahin, wo ich von anderen lerne, die Dreidimensionalität in vielen ihrer Facetten zu leben. Auf den Schutthaufen meines Ichs, mit den Trümmern spielen, darüber lachen, daß sie den Hang hinabkullern und mich in künstlichen Schlaf wiegen lassen.

Es würde mir alles nehmen! Meine Entscheidungsfreiheit ist das einzige, wofür ich schon so lange kämpfe! Meine Entscheidungen leben zu können. - Das war ein so langer und schwerer Prozeß, der viel Kraft und Mühe gekostet hat. Ich habe so viel gewonnen darin! Ich bin so viel freier geworden. Wenn ich mir das nehme, bleibt nichts mehr von mir übrig, ich hätte keine Lebensqualität mehr. Entmündigt ein Verhandlungsgegenstand zu sein ist die Hölle.

Ich will in die USA, nach Texas, auf einer Farm leben, viel draußen sein, unter freiem Himmel schlafen, Kühe oder Pferde hüten, unbeschwert dem Rythmus der Natur folgen, Jahr um Jahr dasselbe tun. Fremde und Ferne und Unbeschwertheit erleben.

Ich bin Wissenschaftler. Ich bin für die Forschung ausgebildet.

Ich muß allein sein, darf niemanden haben, der mir nahe ist. Alles andere hemmt mein Denken, macht mich abhängig, belastet mich; ich werde zum Anhängsel, zum Rumschleppsel. Nur dann stehe ich selbständig mit beiden Füßen auf dem vermaledeiten Boden der Tatsachen, in einem stabilen Gleichgewicht.

Du bist so wunderbar. Es gibt kein besseres Wort im Wortschatz, bis ein neues geschaffen wird. Du gibst mir so viel. Deine Nähe, deine Menschlichkeit, deine Fürsorge. Du hörst mir zu und zeigst mir, wie man auch leben kann. Du hilfst mir, zu leben. Du bist so schön. Du hast so vieles, das ich bewundere. Du wagst es, zu riskieren. Meine Liebe zu dir bleibt oft unausgesprochen. Aber sie ist so stark! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Ich liebe dich! Und selbst wenn ich es hundertmal schriebe, würde es nicht ausdrücken, was du mir bedeutest. Du allein! Niemand sonst wird jemals diese Bedeutung erlangen. Genau du.

30.8.08 09:26


Niemand

Niemand wird mich finden wo ich bin. Langsam wird die Außenwelt irreal. Ich habe keine Freunde, es gibt niemanden, zu dem ich regelmäßig gehen und über die Last sprechen kann. Es gibt die Bitte nicht, hierzubleiben. Die Blende geht zu. Stattdessen die Welt unter dem samtenen Mantel, blutrot, erleichternd, warm. Da wo niemand hinkommt, da bin ich. Nichts und niemand kommt zu mir hinein. Einmal nur schaute der Tod vorbei, er lächelte und ich lächelte zurück, weil er mich auch nicht finden kann. Hier wo ich bin, bin ich sicher. Ruhe, ein winziges Paradies, Geborgenheit. Die kleinste Insel der Welt.

Ich durchbreche die Mauer meiner Sucht. Es reicht, wenn ich kleine Schritte mache! Kleine Schritte sind Entfernungen, die sich zu denselben von großen Schritten summieren. Für kleine Schritte braucht es auch einen Weg. Ich denke in kleinen Schritten. Bitte: Für heute nur winzig kleine Schritte. Morgen wieder all das andere an niemands Seite.

23.8.08 20:08


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung