Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

http://myblog.de/evilblack

Gratis bloggen bei
myblog.de





Kein Titel

Verdammte Bloggemeinde, das Netz ist um ein schwarzes Auge reicher.

9.7.08 17:48


Werbung


Lamento

Das war mal wieder ein scheißverratzter Tag. Die ganze Zeit nichts anderes gemacht als am Rechner gezockt, nicht ans Telefon gegangen, Comix gelesen. Der reinste Selbstbetrug, aber was solls, da draußen kann man einfach nicht leben. Was gibts da schon außer hohlen Phrasen, die man seit Jahren auswenig kennt und abgestumpften Leuten, die Kulturfaschismus betreiben? Als würde es nichts weiter geben als die enge Spalte, in der sie klemmen, und in die außer ihnen gerade nochmal eine Musikrichtung paßt. Was gibts wirklich zu erleben?

Die Finsternis des Tages: Nur noch 35 Tage bis zum Summerbreeze. Bis dahin werd ich meine Zeit noch totschlagen müssen.  

9.7.08 21:17


Joblos

So, noch einen Arbeitstag, dann ist Schluß mit jobben. Wieder ohne... Schon schön diesen Mistjob loszusein, dann gehen mir die Leute nicht mehr mit ihrem Gelaber auf die Nerven. Ich wundere mich eh, daß ich so lange da durchgehalten habe. Maximal drei Monate arbeiten ist gut, alles andere überstrapaziert nur meine Geduld. Ich versteh nicht, wie Massen von braven Berufsgängern ihren Arbeitsalltag über acht Stunden pro Tag und das jahrelang durchhalten. Wird man irgendwann so stumpf, daß man nicht mehr merkt, was um einen vorgeht?

11.7.08 20:11


Alptraum

Ich liege zuhause im Bett und schlafe. Ich habe ein eigenes Zimmer im Haus meiner Eltern, wie alle meine Geschwister. Mitten in der Nacht weckt mich die Stimme meines Vaters. Er ruft den Namen meiner älteren Schwester, wieder und wieder. Ich wundere mich: "Warum geht er nicht rüber, wenn er was von ihr will?" Dann geht mir auf, daß es mitten in der Nacht ist, und daß etwas nicht stimmt. Er ruft nicht, weil er was von ihr will. Er hat Angst um sie, er versucht, sie zu wecken, aber sie wacht nicht auf. Der Notarzt ist alarmiert. Auf dem Weg nach oben unterhalten sich er und mein Vater über das Haus, wie schön es sei. Ich liege wie festgebunden. Ich stehe nicht auf. Ich denke nur die ganze Zeit: "Sie würden mich wegschicken, wenn ich hingehe." Ich habe Angst. Was ist mit ihr? Was ist los? Stirbt sie? Ich bleibe liegen, bewege mich keinen Milimeter. Horche nur. Meine Geschwister sind aufgestanden und da vorne. Nur ich nicht. Ich bin liegengeblieben.

Der Notarzt stellt fest, daß meine Schwester Epilepsie hat. Ihr erster Anfall. Nicht so gefährlich.

Später, als sich alles wieder beruhigt hat, höre ich wie mein Vater, oder ist es meine Mutter? auf die Schwelle meines Zimmers tritt. Das Licht hinter der Person ist an. Sie lauscht nach mir. Ich tue so als würde ich schlafen.

Ich habe Angst. Kleines Knäuel durch Angst. Verwirrung. Angst.

Am nächsten Morgen schauen sie mich an, prüfend. Aber sie sagen kein Wort. Sie sprechen jahrelang kein Wort mit mir über die Anfälle meiner Schwester.

Letztes Jahr, Anfang Oktober. Zum ersten Mal schaffen sie es, gemeinsam über die aktuelle Lage zu sprechen, über den Gesundheitszustand meiner Schwester. Vorher: Andeutungen hier, eine flüchtige Bemerkung ohne Erklärung da. Ich frage nichts.

25.7.08 00:49


Versagen

Ich stehe in der Warteschlange vom Supermarkt. Ich bin mit meinem Vater einkaufen. Er steht vor dem Wagen, ich dahinter, wir haben alle Artikel auf das Laufband gelegt. Hinter mir steht ein Mann. Er hat lange Haare und kauft nur eine Schale eingeschweißter Karotten. Er preßt sich an mich. Ich kann seinen Atem in meinem Nacken spüren. Ich höre ihn. Sein ganzer Körper berührt meinen von hinten. Ich habe Angst. Ich bin bewegungsunfähig, vielmehr: Unfähig mich zu wehren. Ich bin ratlos: Was soll ich machen? Wie soll ich mich in dieser Situation verhalten? Schrittchen für Schrittchen rücken wir in der Schlange vor. Es dauert ewig, bis die Kassiererin alle Artikel vor und von uns eingetippt hat. Der Mann bleibt die ganze Zeit an mir kleben. Mein Vater sieht mich an. Er sieht auch den Typen hinter mir. Er guckt nur kurz und sagt nichts, tut nichts. Die Kassiererin guckt auch.

Kein Wort darüber zu mir. Kein Wort darüber von mir. Versagermüll. Ich elendes kleines Stück Dreck, das sich in einer solchen Situation nicht zu helfen weiß. Ich war 16 oder 17 Jahre alt.

29.7.08 21:47


Nie

Es ist mir nie etwas passiert. Ich wurde nie s**u*ll belästigt. Ich bin nie verg*w*l*i*t worden. Nichts von alldem hat mich je getroffen.

Ich habe aber schreckliche Angst davor. So leicht kann ein M*n* mir wehtun. Es ist so leicht für einen, meine Würde und alles was ein Leben existierenswert macht, zu zerstören.

Ich fürchte mich davor. Ich habe manchmal die kranke Befürchtung, daß ein solches Erlebnis irgendwo in meiner Vergangenheit und meinem Unterbewußtsein schlummert und meine Erinnerung an früher ausgelöscht hat. Daß sich irgendwas vom Wissen um mein Unwertsein an die Oberfläche bricht und Probleme produziert. Warum fehlt mir so viel in der Erinnerung? Haben meine Eltern mich nie in den Arm genommen oder weiß ich es bloß nicht mehr? Ich kann mich an keine solche Situation erinnern.

31.7.08 10:15





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung